Therapie

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11.06.2026

Ich will mehr!

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Oder warum Unternehmen die Spielplätze für Erwachsene sind

Heiko Fündling ist Therapeut aus Leidenschaft. Und inzwischen auch Unternehmer. Seit 2016 hat er in Begleitung der Experten von ACISO aus einer Therapieeinrichtung in Kernen bei Stuttgart drei Therapie- und Trainingseinrichtungen im erweiterten Einzugsgebiet gemacht. Er ist damit eines von vielen Beispielen, die zeigen, dass sich die Therapiebranche stark verändert hat. Wichtig: Nicht nur Therapie - einrichtungen entdecken den Selbstzahlerbereich, auch früher reine Fitnessanbieter integrieren Therapieangebote in ihre Leistungen. Der Erfolg ist dabei nicht garantiert. Die Erfahrung zeigt, dass der erste wichtige Schritt die Veränderung der Denkweise des Therapeuten ist.

Unternehmer – eine besondere Spezies

Fachliche Exzellenz in der Therapie ist weit verbreitet. Erfolgreiche Führung von Therapieeinrichtungen deutlich seltener – und echtes Unternehmertum die Ausnahme. Wo ist der Unterschied? In den meisten Fällen kann man es damit beschreiben, dass eben der Großteil der Therapeuten seiner Leidenschaft, Patienten zu helfen, nachgeht, vielleicht noch eine Praxis gründet, dort aber auch zum allergrößten Teil im Unternehmen (in der Praxis) tätig ist und nur der geringste, der Unternehmer-Teil, wirklich am Unternehmen arbeiten möchte oder kann.

Bewusst stelle ich das „Mögen“ voraus, denn das „Können“ kann man erlernen oder sich in vielen Bereichen von Dienstleistern unterstützen lassen. Aber es braucht jede Menge Enthusiasmus und Leidenschaft (manchmal sogar Leidensfähigkeit), so wie das Spielen der Kinder auf dem Spielplatz. Unternehmensführung bedeutet einen erheblich größeren Teil seiner Zeit und Energie in neue Aufgaben zu investieren. Organisation, Mitarbeiterführung, Controlling, Prozessmanagement, Marketing, … viele Aufgaben, die nichts mehr mit der Ausbildung zum Therapeuten zu tun haben.

Hinzu kommt ein nicht zu unterschätzender zusätzlicher Druck, der mit jeder Erweiterung des Geschäfts auf dem Unternehmer lastet. Wer sich jedoch bewusst dazu entschließt und seinen UnternehmerWeg konsequent geht, wird auch viele neue Chancen erkennen, zu spielen, zu gestalten, sich selbst weiter zuentwickeln und vielleicht nicht zuletzt auch finanziell erfolgreicher sein.

Aber ich bin doch selbständig?

Unternehmertum und Selbständigkeit können sehr unterschiedlich sein. Selbständig bin ich bereits als freischaffender Künstler. Unternehmertum bedeutet, sein Handeln konsequent auf die wirtschaftliche Entwicklung auszurichten und zumeist auch aufwändigere Strukturen aufzubauen. Es geht eben nicht mehr darum, selbst und ständig alles im Unternehmen zu tun, sondern sich vielmehr Freiräume zu schaffen, andere Menschen in ihren Positionen erfolgreich zu machen. Führung wird zur zentralen Aufgabe und bestenfalls zur Kernqualifikation des Unternehmers.

Best Practice: Fitness und Physio, Kernen

Das Beispiel von Heiko Fündling zeigt sehr gut, wie der Wandel vom Therapeuten zum Unternehmer verlaufen kann. Nach 10 Jahren in seiner Praxis in Kernen beschloss er, mehr daraus zu machen. Mit Unterstützung von ACISO (damals Greinwalder & Partner) entwickelte er ab 2016 erfolgreich weiter, 2017 folgte die zweite Einrichtung in Berglen, bereits 2018 die dritte in Kernen-Stetten und die Umbenennung von „Physio & Sport“ in „Fitness und Physio Fündling“. Inzwischen ist seine Expertise weit über die Therapie hinaus gefragt, was sich auch an verschiedensten Aktivitäten als Vortragsredner zeigt.

Neben ca. 300 Patienten monatlich, trainieren etwa. 600 Mitglieder in den Einrichtungen und darüber hinaus werden Umsätze mit speziellen Gesundheitsprogrammen, individuellen Rückencoachings und von der Krankenkasse bezuschussten §20 Online-Programmen generiert. Sein spezielles Umsetzungswissen mit den §20-Programmen, das allein einen monatlichen Zusatzumsatz von durchschnittlich 8.000 Euro an den drei Standorten erwirtschaftet, gibt Heiko Fündling inzwischen auch an andere Praxen weiter.

Neben den Zahlen ist für Fündling aber vor allem seine persönliche Entwicklung in den Jahren wichtig. Er wurde vom Therapeuten zum Unternehmer. Wir sprachen mit ihm über seine entscheidenden Learnings.

Heiko, was hat dich dazu gebracht, mehr Unternehmer als Therapeut zu sein?

Die Zahlen der Praxis waren zur damaligen Zeit nicht zufriedenstellend für mich. Ich wollte mehr bewegen. Gleichzeitig ist mir klar geworden, dass es allein schwierig wird, als Physiotherapeut ein Unternehmen zu entwickeln. Deshalb habe ich mir vor vielen Jahren die Unterstützung damals von Greinwalder & Partner, jetzt ACISO, geholt. Gemeinsam mit meinen Ansprechpartnern dort habe ich mein Unternehmertum entwickelt. Diese Entscheidung habe ich nie bereut, deshalb bin ich auch heute noch ACISO-Kunde.

Welche persönlichen und fachlichen Entwicklungen betrachtest Du im Rückblick als entscheidend für deinen Erfolg?

Ich habe gelernt, dass das Controlling und die Kostenstrukturen entscheidend für den Erfolg sind. Ich verwende jetzt viel mehr Zeit für betriebswirtschaftliche Analysen und Prozesse. Denn nur mit klaren Prozessbeschreibungen läuft das Unternehmen rund, auch manchmal ohne mich. Nur wenn jeder weiß, was er zu tun hat, was seine Aufgabe ist, kann ein Unternehmen erfolgreich sein.

Welche positiven Veränderungen hat diese Entwicklung für dich gebracht?

Neben den deutlich steigenden Therapie- und Beitragsumsätzen hat mich die Kooperation mit ACISO auch persönlich weitergebracht. Ich habe meine Leidenschaft für Vorträge ausbauen können und einen weiteren Geschäftszweig mit der Beratung zum Einsatz der §20-Kurse entwickelt.

Was würdest du einem jungen Kollegen raten, wenn er/sie überlegt unternehmerisch tätig zu werden?

Auf keinen Fall darf man zu sehr an sich zweifeln und deswegen Dinge nicht tun. Sei mutig und hole dir Unterstützung. Plane dein Projekt vorher gut und sprich mit Vertrauten und Experten. Stelle deine Idee vor, nimm konstruktive Kritik an und entwickle weiter. Aber auch wichtig: warte nicht auf den perfekten Plan, sondern geh es an, auch wenn noch nicht alles hundertprozentig ist.

Last but not least empfehle ich bei allen wichtigen Entscheidungen die gute alte Plus-Minus-Liste. Ich mache die gerne zusammen mit meiner Frau, bevor ich Entscheidungen treffe.

Text und Interview: Malik Sylvester Arrendell, Kontakt: malik.arrendell@aciso.com


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